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Kennt ihr das auch? Es heißt immer, wir sollen Liebe leben, in Liebe sein, jemanden so annehmen wie er/sie ist. Leider verhalten sich anderen besonders im nahen Umfeld nicht immer so, wie wir es gerne hätten. Das Verhalten verursacht Schmerzen und Verletzungen.

Normalerweise wird hier mit einer Handlung, meist Angriffs- oder Fluchtreaktionen auf diesen Trigger (Auslöser) reagiert und es geschieht eine Eskalation.

Wenn wir mehr Selbstverantwortung übernehmen und gelernt haben, mit Trigger sinnvoll umzugehen, dann gehen wir in Fühl- und Heilungsprozesse. Dadurch lernen und wachsen wir und schließlich heilen wir unsere inneren Wunden.

Aber trotzdem können wir oft das Herz für den anderen nicht offen lassen. Das führt zu einer Selbstverurteilung, weil ich doch Liebe leben sollte.

Ich spüre, dass der Weg andersherum funktioniert.

Es funktioniert nicht wirklich einfach zu sagen, ich lasse das Herz für den anderen offen und ich liebe sie/ihn, so wie sie/er ist. Es gibt immer einen Anteil in mir, der sich verletzt, nicht gesehen, nicht geliebt fühlt.

Der Weg geht erst zu mir zurück.

Was sind meine Bedürfnisse? Was brauche ich im Leben? Welche Zutaten brauche ich im Leben, um glücklich und in Freude leben zu können? …..

Statt die Erfüllung dieser Bedürfnisse auf jemand anderen zu übertragen oder von jemand anderen abhängig zu machen, richte ich den Fokus auf mich.

Was kann ich für mich tun? Was wäre jetzt in diesem Augenblich möglich, um mir eine Freude zu bereiten, gut zu mir zu sein, mich zu verwöhnen, für mich da zu sein? Welche Gefühle und Empfindungen sind in mir da, die von mir gesehen werden wollen?

Ich beginne plötzlich für mich zu sorgen. Vieles kann ich in mir finden, manches werde ich im Außen leben. So finde ich immer mehr Zufriedenheit, finde die Liebe zu mir, den Frieden in mir. Ich gehe meinen Weg, lebe immer mehr meine Potentiale und das macht zufrieden.

Mit diesem Gefühl der Zufriedenheit, des Friedens und der Liebe in mir kann ich ganz anders auf andere zugehen. Da in mir Liebe ist, kann ich auch die Liebe zu anderen wahrhaftig und ehrlich fließen lassen, weil ich keine Erwartungen mehr an andere habe, weil sie für mich nichts mehr tun müssen. Ich gebe ihnen die Freiheit, auch so zu leben, wie sie es wollen – obwohl es natürlich schön wäre, bestimmte Dinge miteinander zu tun und zu teilen.

Vielleicht wird mit diesem Text etwas verständlicher, warum es heißt, die Beziehung zu dir ist die wichtigste Beziehung. Oder nur wer sich selbst lieben kann, kann auch andere Menschen frei und wahr lieben.

Mangel erzeugt Mangel. Beziehungen aus Mangel heraus wollen etwas erreichen und was haben, auch wenn es vordergründig anders aussieht.

Fülle zieht Fülle an. Beziehungen in Fülle lassen frei und geben Raum für wahre Liebe – ich liebe dich so, wie du bist.

Fülle entsteht nur, wenn ich sie in mir selbst finde und sie mir selbst geben kann. Dazu darf ich meine begrenzenden Glaubenssätze, meine Kleinheitsgedanken erkennen und auflösen. Ich darf erkennen, welch Wunder in mir steckt und darf zu meiner vollen Größe erblühen.

(c) Juli 2016 Christian Jarosch – www.lachen-lieben.de